Proktologie


Diagnostik

Für die genaue Anamnese nehmen wir uns sehr viel Zeit, um die eigentlichen Probleme unserer Patienten zu erkennen. Bei der sich anschließenden Untersuchung folgt auf eine eingehende Inspektion der perianalen Region die Untersuchung mit dem Finger (rektal-digitale Untersuchung). Dabei wird besonders auf die Beschaffenheit und Funktion der Schließmuskeln geachtet.

Die Rektoskopie dient der Untersuchung des Mastdarmes. Dabei wird zur Unterstützung und zur besseren Sicht etwas Luft eingeblasen, die am Ende dieser Untersuchung wieder entfernt wird. Diese Rektoskopie dient u.a. auch der Vorsorge gegen Darmkrebs.

Bei der sich anschließenden Proktoskopie wird die untere Hälfte des Mastdarms untersucht und dabei besonders auf die Region, in der der Stuhldrang ausgelöst wird und auf den hämorrhoidalen Schwellkörper (Hämorrhoiden) geachtet. Veränderungen können so einfach erkannt und sofort behandelt werden. Falls erforderlich werden dabei auch Gewebsproben genommen und zur Untersuchung an den Pathologen gegeben.

Bei bestimmten Fragestellungen veranlassen wir Laboruntersuchungen des Blutes und des Stuhles. Gerade die Stuhluntersuchungen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung bezüglich des Ernährungsstatus unserer Patienten und zur Überprüfung der Darmgesundheit.

Therapie konservativ

Die konservative Therapie in der Proktologie kann uneingeschränkt ambulant erbracht werden und bedarf keiner Vorbereitung. Dazu gehört die Verödung (Sklerosierung) nicht nur des hämorrhoidalen Schwellkörpers (Hämorrhoiden) sondern auch anderer Veränderungen in der unteren Hälfte des Mastdarmes. Bei ausgeprägten Befunden in diesem Darmabschnitt kommt die Gummibandligatur n. Baron zum Einsatz. Diese beiden Verfahren sind schmerzfrei. Bei der Gummibandligatur können gelegentlich an manchen Darmabschnitten kurzzeitige Beschwerden auftreten, die mittels Schmerzmittel gut zu beeinflussen sind.

Im Bereich der Analhaut und der Haut um den After kommen zur Unterstützung Salben, Cremes und gelegentlich Zäpfchen (Suppositorien) mit unterschiedlichen Wirkstoffen zum Einsatz. Dies geschieht sinnvollerweise nach der Behandlung im Darm, denn innen finden sich nahezu ausschließlich die Ursachen für die äußeren Beschwerden.

Teil der konservativen Therapie ist auch die individuelle Optimierung der Ernährung. Ergänzend und unterstützend muss die Darmflora kontrolliert und wenn notwendig stabilisiert werden. Gerade Ernährungsfehler, Umweltgifte, Schwermetalle, Nahrungsmittelunverträglichkeiten aber auch die Behandlung mit Antibiotika, Chemotherapeutika, Schmerzmitteln oder Kortison führen zu Schädigungen der „nützlichen“ und „wichtigen“ Darmkeime. So können sich die weniger nützlichen oder pathogenen (krankmachenden) Keime unverhältnismäßig vermehren. Die Darmflora verschiebt sich, die wichtige Symbiose geht verloren. Störungen der Verdauung und die Beeinträchtigung des Immunsystems sind die Folge.

Bei Nachlassen der Sphinkterkraft (Schließmuskelkraft) aus den verschiedensten Gründen gehören die Beckenbodengymnastik und die Biofeedback-Therapie zur konservativen Behandlung.

 

Therapie operativ

Allgemein

Zu über 90 % werden proktologische Operationen durch mich ambulant oder kurzstationär erbracht. Die Eingriffe erfolgen leitlinienkonform und orientieren sich am allgemeinen Risiko des Patienten.
Eingriffe in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) erbringe ich in der Praxis.
Operation in Allgemeinnarkose führe ich im AOZ, dem Ambulanten Operationszentrum München Nord aus. Dort werden die Narkosen von erfahrenen Anästhesisten durchgeführt. Dazu gehört auch die Überwachung in der Zeit nach der Narkose.

Für meine Patienten bin ich nach der Entlassung aus dem AOZ Ansprechpartner und betreuender Arzt rund um die Uhr bis zur Ausheilung

Operationsspektrum

Analthrombosen, kurze Analfissuren, Analabszesse, kurze Analfisteln sowie die Entfernung von einzelnen Marisken werden in örtlicher Betäubung operiert. Auch die Entfernung von hypertrophen Analpapillen oder tiefsitzenden Rektumpolypen geschieht in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie). Infektionen wie z.B. Condylomata acuminata (Feigwarzen) werden je nach Befall und Ausdehnung in örtlicher Betäubung oder in Narkose behandelt.

Zu den Operationen in Allgemeinnarkose gehören tiefe Analfissuren, die sparsam ausgeschnitten werden. Analfisteln werden je nach Verlauf mit unterschiedlichen Methoden versorgt. Dies kann die einfache Spaltung, die Excision, ein sog. Muosaflap, der Fistelzug oder die Klammerung mit OTSC Proctology sein. Auch die Rekonstruktion des Schließmuskels kann erforderlich werden.

Wichtigstes Kriterium bei diesen Operationen ist: die Schließmuskelfunktion darf nach Ausheilen der Operationswunde nicht beeinträchtigt sein!

Weitere Eingriffe in Narkose sind Hämorrhoidenoperationen. So biete ich die Operationsmethode nach Milligan-Morgan oder nach Ferguson an. Weiter die Hämorrhoidopexie nach Longo, eine Methode mit dem Circular-Stapler, die heute wohl gebräuchlichste Operationsmethode bei Hämorrhoiden.

Transanale Excisionen und Polypabtragungen werden ebenfalls in Narkose durchgeführt wie auch die Rekonstruktion der Schließmuskulatur (Sphinkterrekonstruktion).