Kolo-Proktologie und Koloskopie

Die ausführliche und genaue Anamnese ist die Basis bei der Suche nach den Ursachen von Verdauungsstörungen und Beschwerden unserer Patientinnen und Patienten. Es gilt herauszufinden, ob es sich um Passagestörungen wie Obstipation (Verstopfung), slow transit Obstipation oder Outlet Obstipation handelt oder um Diarrhoe (Durchfall).

Veränderungen in der Bakterienbesiedlung und der Bakterienverteilung im Darm (Symbiosestörung) führen vermehrt zur Gasentwicklung im Darm (Meteorismus) und auch zu Passageveränderungen. Störungen der Schleimschicht im Darm führen zu Belastungen des Immunsystems. Auch Veränderungen in der Darmwand (z.B. Polypen) oder Entzündungen sind abzuklären. Diese alle können Ursache für Missempfindungen im Bauch und Störungen der Darmgesundheit sein.

Ein weiteres großes Problem sind die analen Kontinenzstörungen. Hier müssen die zahlreich möglichen Ursachen abgeklärt und die für die Patienten schonensten und effektivsten Therapien gefunden und eingesetzt werden.

Konservative Therapie

Wenn die Ursachen für die Beschwerden gefunden sind, kann z.B. mittels einer gezielten Anpassung der Ernährung eine Unterstützung des Verdauungstraktes erreicht werden. Da 70 % des Immunsystems im Dickdarm angesiedelt sind, kann diese intestinale Abwehr gestärkt werden z.B. über eine Stabilisierung der Schleimauskleidung der Darmwand und über eine Optimierung der Bakterienverteilung und -besiedlung. Der Einsatz von Prebiotika und Probiotika trägt ebenso dazu bei wie die unterstützende Gabe orthomolekularer Medikamente.

Koloskopie (Darmspiegelung)

Die Koloskopie ist eine wichtige und schonende Untersuchung in der Koloproktologie. Zur Diagnostik des gesamten Dickdarmes, zur Krebsfrüherkennung, zur Tumornachsorge nach Krebsoperation und auch zur Therapie (z.B. Polypektomie) empfiehlt sich die Koloskopie als die effektivste Untersuchung.

Mit einer einzigen Untersuchung können drei verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden:

1.

eine genaue Beurteilung der Innenschicht des Darmes
über farbige und vergrößerte Bilder.

2.

bei Unklarheiten Entnahme von Gewebsproben aus der Schleimhaut
zur Untersuchung durch den Pathologen.

3.

die Therapie bei z.B. Polypen durch deren komplette Entfernung

 

Flexible Endoskopie – die „sanfte“ Koloskopie*

Was verstehe ich unter: „Sanfte Koloskopie“?

Seit mehr als drei Jahren führe ich die Koloskopie (Darmspiegelung) nicht mehr in Narkose durch.

Als Ersatz verwende ich neben einem Medikament zur Darmlockerung (wird über einen Venenzugang verabreicht) wieder das altbekannte und altbewährte Lachgas. Sie atmen während der ersten Untersuchungsphase ein Gemisch aus 50% Sauerstoff und 50% Lachgas ein. Dies führt zu einer Sättigung des Sauerstoffgehaltes im Blut und zur Dämpfung des Schmerzempfindens, zu einer Erhöhung der Schmerztoleranz. Während der Untersuchung sind sie wach, können so an der Untersuchung teilnehmen, ihren schönen Darm innen kennenlernen und auch mit dem Untersucher reden und Fragen stellen. Die Wirkung des Gases ist nach ca. 5 Minuten vollständig abgeklungen, eine Erholungszeit ist nicht nötig.

Die Untersuchung muss bei der „sanften Koloskopie“ sehr behutsam durchgeführt werden und der Organismus wird nur sehr wenig belastet. Dies alles kommt der untersuchten Person zugute;
deshalb „sanfte Koloskopie“.

Zur Diagnostik des gesamten Dickdarmes, zur Krebsfrüherkennung, zur Tumornachsorge nach Krebsoperation und auch zur Therapie (z.B. Polypektomie) empfiehlt sich die Koloskopie als die effektivste Untersuchung. Bei dieser Untersuchung wird die Darminnenseite vergrößert in Farbe eingesehen und beurteilt. Bei Auffälligkeiten werden in gleicher Sitzung mit einem kleinen Zängchen schmerzfrei Proben entnommen. Diese beurteilt der Pathologe. Sollten Polypen gefunden werden, werden diese in gleicher Sitzung mittels Hochfrequenttechnik entfernt, geborgen und zur Beurteilung dem Pathologen vorgelegt. Auch die Abtragung von Polypen ist schmerzfrei. Das Komplikationsrisiko wird bei der Polypektomie jedoch größer.

Eine Untersuchung für 3 Einsatzmöglichkeiten: Diagnostik, Diagnosesicherung und Therapie

Die wichtigsten Komplikationen der endoskopischen Polypenabtragung sind die Blutung bzw. Nachblutung und die Perforation der Darmwand.

Bei unter 2% der Polypektomien (Polypabtragung) kommt es zu Nachblutungen. Bei großen Polypen sind Nachblutungen häufiger (etwa 5-7%). Noch seltener sind Perforationen, sie kommen in unter 1 % aller Polypektomien vor. Die Abtragung größerer Polypen steigert die Rate der Perforationen jedoch auf 1-2%.