Chirurgie

Das chirurgische Spektrum der Praxis umfasst die Diagnostik von Abdominalbeschwerden (Bauchbeschwerden) und die Abklärung von Hernien (Brüchen) in den Leisten, am Nabel oder in Narben.
Veränderungen an der Körperoberfläche wie Abszesse, Fibrome, Nävi (Muttermale) gehören ebenfalls dazu wie auch schlecht heilende Wunden nach Operationen oder bei diabetischen Füßen.

Die Therapie der diagnostizierten Beschwerden kann konservativ oder operativ sein.
Konservative Methoden werden bei Entzündungen und bei infizierten Wunden angewendet.

Operative Therapien werden immer dann, wenn kein erhöhtes Risiko für den Patienten besteht, ambulant erbracht. Das bedeutet, dass die Patienten nach der Operation wieder nach Hause gehen. Ab der Entlassung aus dem Operationszentrum bin ich rund um die Uhr der Ansprechpartner meiner Patientinnen und Patienten. Eine kurzstationäre Aufnahme für ein bis zwei Tage ist nach Eingriffen in Allgemeinnarkose möglich. Sie ist immer dann erforderlich, wenn die Patienten nach der Narkose alleine zuhause wären.

Die örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) setzt der Operateur selbst.
Die Allgemeinnarkose mittels Larynxmaske oder Intubation führt der Facharzt für Anästhesie aus.

Alle Operationen in Allgemeinnarkose erbringe ich im „Ambulanten Operationszentrum München Nord (AOZ)“. Während der Aufwachzeit wird der der/die Patient/-in von den Anästhesisten überwacht. Danach kann der/die Patient/-in nach Hause abgeholt werden.

In Allgemeinnarkose werden alle Bauchwandbrüche (Hernien) und alle tiefgehenden oder ausgedehnten proktologischen Eingriffe (siehe Proktologie) wie z.B. Analfisteln, tiefe Analfissuren, Hämorrhoiden nach verschiedenen Methoden, tiefe Analfissuren, Analpolypen durchgeführt.

Hernien

Bei einem Bauchwandbruch (auch Hernie genannt) drücken sich Eingeweide durch eine Schwachstelle der Bauchwand. Ursache können eine geschwächte Muskulatur, die Schwächung des Bindegewebes, aber auch ein erhöhter Druck im Inneren des Bauchraums sein. Dies geschieht z.B. bim Husten und Niesen, beim Tragen von Schwerem oder anstrengendem Pressen (z.B. beim Stuhlgang). Ist ein Bruch entstanden, dann kann sich außen eine sicht- oder tastbare Vorwölbung zeigen.

Typische Arten von Bauchwandbrüchen sind:

Leistenbruch

Die Inguinalhernie, an einer natürlichen Schwachstelle der Bauchwand im Leistenkanal, durch den beim Mann der Samenstrang und bei der Frau das zarte Mutterband ( Halteband der Gebärmutter) verläuft. Der Leistenbruch tritt zu 90% bei Männern auf.

Nabelbruch

Wird auch Umbilicalhernie genannt. Kommt im Bereich des Nabels vor und kann angeboren oder erworben sein. Ursache können eine Schwachstelle in der Bauchwand oder die regelmäßige Überlastung der Bauchmuskulatur sein. Gesteigert kommt es bei Schwangeren zu Nabelbrüchen.

Narbenbruch

Jede Narbe ist eine Schwachstelle, an der auch viele Jahre nach dem Eingriff ein Bruch entstehen kann.

 

Bauchwandbrüche heilen niemals von allein. Wird der Bruch nicht operativ verschlossen, erweitert sich die Bruchlücke und es kann dazu kommen, dass sich Fettgewebe oder eine Darmschlinge einklemmen kann. Dies ist sehr schmerzhaft und kann schlimmstenfalls eine lebensgefährliche Komplikation sein. Schmerzende Brüche müssen operativ verschlossen werden. Bruchbinden sind keine Alternative.

Bauchwandbrüche können mittels chirurgischer Nähte vernäht werden. Dann spricht man vom klassischen Verfahren. Die Alternative, die heute meist angewendet wird, ist die Versorgung des Bruches mit einem Kunststoffnetz oder Kunststoff-Plug, das sogenannte spannungsfreie Verfahren. Diese aus speziellem Kunststoff hergestellten Netze oder stöpselförmigen Plug werden seit mehr als 40 Jahren erfolgreich eingesetzt um eine minimale Nahtspannung zu erreichen.

Es gibt zwei unterschiedliche Operationstechniken bei denen in aller Regel zur Reparatur des Bruches ein Netz in den Körper eingebracht wird.

Bei der „offenen Technik“ wird die Operation durch einen kurzen Hautschnitt ausgeführt.
Bei der „endoskopischen oder Schlüssellochtechnik“ werden die Instrumente durch mehrere kleine Öffnungen in den Bauch eingeführt.

Die Erfolgsquote der spannungsfreien Operationen ist nahezu gleich, egal ob offen oder endoskopisch.
Ich operiere alle diese Brüche nur offen, da der apparative Aufwand dabei deutlich geringer ist. Alle empfohlenen Techniken werden von mir eingesetzt, wobei ich seit Jahren fast ausschließlich die sog. spannungsfreien Methoden, seien es Netz oder Plug, anwende.